Kunsttherapie - ein Teil der psychoonkologischen Betreuung
Seit einigen Jahren wird vom Förderverein ein Psychologe finanziert, der die kleinen Patienten und die Familien auf der onkologischen Kinderstation betreut.
Als Ergänzung zu diesem eher sprachlich ausgerichteten Angebot, wurde vom Förderverein das Projekt Kunsttherapie ins Leben gerufen, um die betroffenen Kinder und Jugendlichen auf der Station noch intensiver auch auf der eher nonverbalen Ebene unterstützen zu können.
Kunsttherapie kann der eigenen Srachlosigkeit begegnen und neue Wege des Ausdrucks der Gedanken, Gefühle, Wünsche und Ängste entfalten helfen. Unaussprechliches wird darstellbar - und damit greifbar. Die Freude am aktiven Tun, Gefühlen Ausdruck zu verschaffen und Ängste abzubauen sind Ziele der Kunsttherapie. Die Kunsttherapeutin begleitet und unterstützt die betroffenen Kinder auf dieser Entdeckungs- und Erlebnisreise.
Mobil über die Station
Seit September 2007 kommt die Dipl.-Kunsttherapeutin Inga Orzinski an drei Nachmittagen auf die Kinderkrebsstation. Das Angebot ist freiwillig und kann in Absprache mit der Therapeutin von jedem Kind genutzt werden. Die Kunsttherapie kann sowohl in den Zimmern am Bett der Patienten stattfinden, wie auch auf dem Flur der Station in einem eigens dafür hergerichteten mobilen "Zimmer". Durch den roten Materialwagen und einen bunten Paravent lässt sich spontan und abhängig von der physisch und psychischen Akutsituation der kleinen Patienten dieses "Zimmer" verändern, umbauen und anpassen. Es entsteht ein geschützter "Raum" in dem ein ungestörtes arbeiten möglich wird.
In der Kunsttherapie stehen den Kindern verschiedenste Materialien zur Verfügung wie zum Beispiel Bunt-, Filz-, Blei- und Wachsmalstifte. Auch Tusche, Kreide, Kohle, Aquarell- und Wasserfarben sowie Stoffe, Kleister, Ton, Holz und Modelliermasse finden Verwendung. Es kann sowohl mit Händen wie auch mit Füßen, klein und großflächig gemalt und gearbeitet werden. Dem Gestaltungsdrang sind hierbei nahezu keine Grenzen gesetzt.
Seelenbilder - Seelenwelten
Die Kinder und Jugendlichen nutzen gerne die Chance, problematische wie auch freudige Themen, die sie beschäftigen, in Bildern und Skulpturen zum Ausdruck zu bringen. Es geht nicht um das Erstellen von Kunstwerken, sondern um eine Möglichkeit, mit Malen, Zeichnen und Plastizieren Unausgesprochenes und Unaussprechbares auszudrücken. Gemeinsam nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen, um mit der Erkrankung besser umgehen zu lernen. Kunsttherapie bietet die Gelegenheit einer aktiven Erfahrung und Verarbeitung. Durch die Kunssttherapie wird den Patienten eine völlig neue Möglichkeit gegeben, ihre vitalen und kreativen Kräfte zu mobilisieren. In Bildern können sie Ängste, Wut und Ohnmacht zum Ausdruck bringen. Aber auch Hoffnung, Selbstbehauptung und Freude kann mit diesen Mitteln der kreativen Arbeit mitgeteilt werden und somit zur Krankheitsbewältigung beitragen.










